Ausbildung

„Wohnen für Hilfe“ Senioren stellen Zimmer – Studenten bieten Unterstützung

Als Student eine Unterkunft in Köln zu finden ist schwer. Einen Ausweg aus der erfolglosen Wohnungssuche soll das Projekt „Wohnen für Hilfe“ bieten.

Seit 2009 werden über das Projekt Zimmer von Senioren an Studenten vermittelt. Die Grundidee entstand vor Jahrzehnten in England und ist simpel: Senioren, die ein Zimmer freihaben, bieten es Studenten als Unterkunft an.

Dafür leisten die Studenten den Wohnpartnern Hilfe, zum Beispiel beim Putzen oder Kochen. Aber auch eine gemeinsame Beschäftigung, sei es ein Spaziergang oder eine Partie Schach, zählen.
Alternative zu privatem Wohnungsmarkt

Rike Hoppe ist vor einigen Monaten bei Johannes Keuser eingezogen. Die 24-Jährige zog für ihr Studium an der Kunsthochschule für Medien von Berlin nach Köln. „Ich wusste von vornherein, dass der Wohnungsmarkt hier ähnlich überlastet ist wie in Berlin“, sagt sie. „Da habe ich mir von Anfang an Gedanken gemacht, ob es Alternativen gibt.“ Ihre Eltern, beide in Kiel in der Pflege beschäftigt, erzählten ihr vom städtischen Projekt „Wohnen für Hilfe“.

Hoppe meldete sich in Köln für ein Beratungsgespräch an. Und das verlief gut: Nach wenigen Fragen guckten sich Heike Bermond und Sandra Wiegeler, die Koordinatorinnen des Projekts, vielsagend an. Ob sie sich auch vorstellen könnte, rechtsrheinisch zu wohnen, wurde Hoppe gefragt. „Klar.“
Von Anfang an gutes Bauchgefühl

Danach ging alles sehr schnell: Gleich am Abend nach dem Gespräch traf sich die Studentin mit Johannes Keuser. Beide unterhielten sich über zwei Stunden, am Ende des Abends stand fest, dass Hoppe in das Zimmer im Dachgeschoss einziehen würde. „Ich hatte einfach von vornherein ein gutes Bauchgefühl“, sagt Rike Hoppe.

Für Keuser ist es nicht die erste Wohnpartnerschaft: Der Rentner hatte zuvor schon drei andere Studenten bei sich einquartiert. „Meine Freundin hatte mir von »Wohnen für Hilfe« erzählt, weil sie merkte, dass ich einige Hausarbeiten wegen meiner Rückenschmerzen nicht mehr erledigen konnte“, so der 74-Jährige.

(Kölner Stadt Anzeiger)

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