Die Ausbreitung von STD

Eine internationale Sorge

Die STD (sexually transmitted diseases) breiten sich stetig aus. So, nun ist es gesagt. Einige haben davon vielleicht schon viel gehört, während andere es erst entdecken, wie ich, als ich zu diesem Thema recherchierte. Es ist ein Problem, welches vor kurzem wieder durch nationale Kampagnen in den Vordergrund gerückt worden ist, wie beispielsweise durch die Kampagne „Love Life“, oder durch Studien mit schockierenden Resultaten. Ich zitiere „Harris Interactive“, was ich im Folgenden näher erläutern werde.

Zwischen 2005 und 2013, gab es einen Sprung im Verhältnis der von STD angesteckten Menschen in der Schweiz. Der Prozentsatz der Bevölkerung ist von 20 auf fast 25% gestiegen (Quelle: Cure Research). Dies vor allem in der Altersstufe von 16-24 Jahren, einer Zeit, bei der die meisten im Studium sind.

 

Die STD: eine Gefahr für Studenten

Bestimmte Krankheiten haben eine große Steigerung bei jungen Leuten gezeigt. Wenn es nicht gerade der „Superstar“ HIV ist, gibt es andere die im Alltag extrem lästig sind. Gonorrhö beispielsweise, hat sich zwischen 2002 und 2011 praktisch verdreifacht. Eine Infektion, die in 80% der Fälle Männer betrifft, vor allem in der Altersklasse von 20-24 Jahren. Man kann sie generell sehr gut mit Antibiotika behandeln, jedoch ist sie ansteckend und macht bei schlechter Behandlung unfruchtbar.
Das humane Papillomavirus (HPV) betrifft ebenfalls viele 16-25 Jährige. Glücklicherweise ist seit der Verbreitung des Impfstoffs, welcher allerdings nur für Frauen von der Krankenkasse übernommen wird, die Tendenz sinkend.

Im Falle aller dieser Infektionen ist eines der Probleme, dass ein großer Teil von angesteckten Menschen einfach so tut, als wären sie nicht betroffen. Oder aber, sie sind auf eine latente Weise betroffen, die sie selber nicht spüren und dennoch können sie die Krankheit auf andere übertragen, oft sind die Betroffenen nicht aufmerksam genug und fragen nicht nach Rat. Bei Chlamydien ignorieren drei von vier betroffenen Personen die Infektion. Beim HPV sind es 8 von 10 Personen und beim Genitalherpes schätzen die Wissenschaftler, dass zwischen 80 und 90% der Personen die Krankheit ignorieren.
Wenn man weiß, dass Jugendliche und junge Leute von Chlamydien betroffen sind, ist dies besonders beunruhigend.

Im Falle des Genitalherpes schätzt man, dass zwischen 15 und 20% der Schweizer Bevölkerung betroffen ist (Quelle : PNVI). Hierbei stellt sich das Problem anders als bei anderen Infektionen. Die Mediziner sind der Ansicht, dass ungefähr 60% der erkrankten Personen einfach keine sichtbaren Symptome aufweisen, was sie nicht daran hindert, es an ihre Partner weiterzugeben. In diesem Fall sind selbst die Verhütungskampagnen nicht ausreichend, denn auch wenn Kondome die Wahrscheinlichkeit das Virus weiterzugeben um die Hälfte reduzieren, so ist es dennoch nicht absolut sicher. Diese virale Infektion kann sich durch einen Kontakt der Haut übertragen. Eine effiziente Lösung ist also sich so schnell wie möglich testen zu lassen. Danach muss man Vorsorgemaßnahmen treffen um sich nicht anzustecken, oder, wenn es bereits zu spät ist, um es nicht auf andere zu übertragen.

Es ist eine Krankheit, die man sein Leben lang behält, die schmerzhafte Verletzungen nachsichziehen kann und die maßgeblich das Risiko von HIV steigert (Quelle: OMS). Man sollte auch nicht vergessen, dass der Herpes Virus Typ 1 auch andere Teile des Körpers befallen kann (oft „Herpes Simplex“ genannt) und fast 70% der Schweizer und vor allem der Schweizerinnen davon betroffen sind. Ein Sprung der Ansteckung liegt vor allem bei der Altersklasse der 20 bis 24 Jährigen vor. Also ein Zeitpunkt, bei dem du vorsichtig sein solltest, welche Lippen du küsst oder wer sich anderen Bereichen deines Körpers nähert.

 

Harris Interactive

Der Anstieg der Zahlen dieser Krankheiten könnte durch mehrere Faktoren verursacht worden sein, aber es gibt einen, der sich durch eine von französischen Studenten durch-geführte Studie des SMEREP abhebt: die Harris Interactive Studie. Umfragen haben ergeben, dass 31% aller sexuell aktiven, französischen Studenten, nie Kondome nutzen und 35% sich nie zwischen unterschiedlichen sexuellen Partnern testen lassen.

Besonders beunruhigende Zahlen, für junge Personen in einer kritischen Phase. Wenn es auch keine vergleichbaren Studien in der Schweiz gibt, so gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass die Zahlen der proportional gesehenen angesteckten Personen von STD sich, in den beiden Ländern stark unterscheiden.

 

Erklärungen

Es existieren im Moment nichts als Hypothesen für den in der westlichen Welt fast generellen Anstieg der STD. Aber viele Forscher meinen, dass: der Erfolg der antiviralen Medikamente, vor allem gegen HIV, die Wahrnehmung der jungen Menschen gegenüber STD verändert hat.

Dieser Teil der Bevölkerung hat den Ausbruch der Seuche Aids nicht mitbekommen. Die heutigen Studenten wurden geboren, als sich diese Epidemie dem Ende nahte und fühlen sich deshalb auch nicht betroffen. Zudem enthalten Kampagnen gegen die Krankheit Aids einen Rat, die für die meisten STD nicht gelten: „kein Sperma oder Mestruationsblut im Mund“ schützt vor HIV, denn Oralsex ohne Kofferdam oder Kondom kann Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien, Herpes oder HPV übertragen.
Dies ist eine medizinische Tatsache, die viele junge Menschen ignorieren.

Es ist ebenso bemerkenswert, dass STD besonders häufig in Stadtregionen aufkommen, dort wo es viele Universitäten und Schulen gibt. Die Studenten befinden sich in einem Umfeld, in dem sich die Krankheiten konzentrieren, was ihre schnelle Übertragung vereinfacht. Die zwei Hauptursachen wären also, dass die Sorge in diesem Teil der Bevölkerung abgenommen hat und dass eine mangelnde Kenntnis der Mechanismen in Bezug auf die Über-tragung dieser Krankheiten herrscht.

 

Zum Abschluss

Wie Dr. Telenti vom CHUV in einem Artikel zur gleichen Thematik erklärte:„Es sind jene Menschen, die sich nicht betroffen fühlen, die die grössten Gefahren treffen, dass sie die meist gefährdeten sind.“

Es ist also an der Zeit, dass die Studenten sich darüber informieren, welcher Gefahr sie sich aussetzen und mit welchen Mitteln sie der Ausbreitung von STD entgegentreten können, bevor diese zu einem unlöslichen Problem werden.