Empören wir uns !

Wir sind zwar keine Griesgrame, aber alles hat seine Grenzen. Zwischen Freunden, Unabhängigkeit und Jugend; die Studienjahre sind oft die schönsten. Und trotzdem. Sprechen wir mal über die Themen, die uns nerven!

Praktikas sind eine Investition in die Zukunft. Klar. Aber wieso handelt es sich bei der Mehrzahl der Angebote um unbezahlte Stellen? Wir durchleben eine Wirtschaftskrise. Das wissen wir. Aber eine kleine finanzielle Anerkennung wäre doch wirklich nicht zu viel verlangt. Junge Absolventen sind am meisten von diesem Phänomen betroffen. Sie sind kompetent, stehen früh auf, sind top motiviert, geben Alles. Doch der entsprechende Lohn am Ende des Monats fehlt. Wie schaffen sie es dennoch in einer Welt zu überleben, in der nichts umsonst ist, ausser ihrer Arbeit?

Geld ist ein Thema, das die Mehrheit der Studierenden beschäftigt. Gemäss einer Studie des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahre 2005 sind 13% der Studierenden verschuldet. Es handelt sich dabei um jene grosse Anzahl von jungen Leuten, welche zu reich sind, ein Stipendium zu erhalten, aber zu arm um für ihre Bedürfnisse aufzukommen. Sie sind daher gezwungen bei einer Bank einen Kredit aufzunehmen. Mit Schulden im fünfstelligen Bereich in das aktive Berufsleben zu starten ist jedoch nicht gerade top. Um dies zu vermeiden arbeiten folgerichtig drei Viertel der Studenten unermüdlich neben ihrem Studium und nehmen die Einschränkungen in Kauf, welche dies impliziert: zum Beispiel fehlende Freizeit. Ist Vergnügen nun also ein Luxus geworden, den sich die Studierenden nicht mehr leisten können?

Ungerechtigkeit ist auch nicht gerade cool. Politik betrifft uns alle über kurz oder lang und Manche begeistern sich richtiggehend dafür während andere sich keinen Deut darum scheren. Wenn uns ihre Konsequenzen jedoch den Boden unter den Füssen wegziehen, wer bleibt dann noch unberührt? Wir haben ein solches Beispiel erlebt. Eine provozierende Volksinitiative und ein falsch informiertes Volk, das darüber abstimmt und der Traum, tausender Studenten, ins Ausland zu gehen, löst sich in Luft auf. Ja Erasmus, wir sprechen von dir. In der Folge diskutiert die Elite des Landes darüber, eine Debatte folgt auf die nächste doch niemand wendet sich direkt an uns Betroffene, die wir uns weiterhin abrackern. Da dies nichts nützt, sind wir auf die Strasse gegangen und niemand kann uns mehr ignorieren. Und der Rest der Welt hat begriffen, dass die Schweiz nicht Schweden ist.

Die Nachbarschaft, die sich beschwert. Denn das Nachtleben steht bei jungen Menschen hoch im Kurs. Es bietet beste Gelegenheit abzuschalten und sich rege untereinander auszutauschen. Früher, als unsere Eltern noch Pickel hatten, erlebte die alternative Kultur ihren Höhepunkt und kaum 20 Jahre später ist es bereits verboten zu sprechen, wenn du gerade deine Kippe auf dem Trottoir rauchst. Die Lösung gegen die Lärmbelastigung durch überbordende Stimmbänder junger Leute, die sich amüsieren? Uns früher aus den Clubs rauszuwerfen. Sollen sie sich aber bloss nicht wundern, dass wenn dann auf der Strasse weitermachen!

Glücklicherweise kennen wir aber keinen Fatalismus: Uns gehen zu lassen entspricht nicht unserer Art.