Hygiene im Netz

«Wenn wir im Internet surfen, ist das, wie wenn wir mit beiden Füssen auf frischen Beton springen würden: Wir hinterlassen überall Spuren, die (fast) nicht mehr zu entfernen sind.» Martin Untersinger, Journalist und Onlineexperte

Diese Warnung sollte uns gross angezeigt werden. Bis dahin brauchen wir unbedingt die Hygiene im Netz zu erlernen.

Goldene Regel: Hüte deine Geheimnisse

Übermittle persönliche Informationen nur, wenn unbedingt nötig. Es werden schon genug Daten ohne dein Wissen über dich gesammelt, dass du selber nicht auch noch welche beisteuern musst. Denk daran, dass das Internet ein öffentlicher Ort ist, wo all deine Bewegungen über Jahre hinweg gespeichert werden können. Gib so wenig wie möglich über dich preis.

Aktualisieren

Eigentlich geht das ganz einfach, aber wir überspringen diesen Schritt immer wieder. Deine Betriebssysteme und Software zu aktualisieren, ist die Sicherheitsgrundlage, sowohl auf deinem Computer als auch auf deinem Smartphone und jedem anderen elektronischen Gerät mit Internetzugang. Hab aber immer ein Auge auf die Nutzungsbedingungen: Manchmal tauchen neue Klauseln auf, die nicht immer zu deinem Vorteil sind.

Im Internet surfen

Alle Browser haben Einstellungen, mit denen du die Nachverfolgung deiner Bewegungen eingrenzen kannst. Du kannst auch im Privatmodus surfen, der weder deinen Verlauf noch die Cookies speichert. Noch besser ist es allerdings, jedes Mal sowohl Verlauf als auch Cookies zu löschen. Wenn du einige Seiten oder Suchanfragen speichern möchtest, installiere mindestens einen Plugin-Blocker gegen Malware und Werbung. Überleg dir auch, ein Verschlüsselungsmodul zuzulegen, das deine Daten verschlüsselt.

Leg dir ein Pseudonym zu

Bei weitem nicht die beste Lösung... Mit einem Pseudonym verschafft man sich zwar die Illusion der Anonymität, doch die Tracker finden deine Spur dennoch schnell wieder, vor allem wenn du immer das gleiche Pseudonym verwendest. Am besten verwendest du mehrere Benutzernamen, um den Trackern das Leben zumindest etwas zu erschweren.

Wähle ein kompliziertes Passwort

Sicherheitsgrundlage für deine Online-Identität ist ein Passwort, dass sich nur sehr schwer knacken lässt. Am besten verwendest du Grossbuchstaben, Kleinbuchstaben und Zahlen. Verwende auf keinen Fall für alle deine Konten das gleiche Passwort; damit öffnest du den Datenpiraten Tür und Tor. Hast du Mühe, dich an deine Passwörter zu erinnern? Dann leg dir ein Kennwortverwaltungsprogramm zu.

Beende deine Sitzung

Dieser Fehler passiert oft aus Unachtsamkeit: Wenn du dich irgendwo eingeloggt hast und beim Verlassen nicht auf das berühmte «Ausloggen» klickst, bleibt dein Konto offen, auch wenn du das Fenster schliesst. Das scheint bloss ein belangloses Detail zu sein, aber stell dir vor, du benutzt einen öffentlich zugänglichen Computer an der Uni: Dort hat dann jeder Zugang zu deinen persönlichen Daten.

Pass deine Einstellungen an

Auch im digitalen Bereich ist Vertraulichkeit wichtig. Sei nicht nur bei deinen Apps, sondern auch bei jenen deiner Freunde vorsichtig. Denn auch die können eine Masse an Informationen weitergeben – ohne deine Zustimmung. Die sozialen Netzwerke erlauben es, verschiedene Konten zu verknüpfen. Standardmässig teilst du damit Informationen, die gar nicht nötig sind, beispielsweise zu deinen Familienmitgliedern oder deiner Religionszugehörigkeit. In der entsprechenden Einstellungsoption kannst du zum Glück leicht alle freiwilligen Einträge deaktivieren.

Klebe deine Webcam ab

Klingt paranoid ? Du würdest staunen, wie einfach es ist, eine Kamera zu hacken und somit alles auszuspionieren, was in ihrem Blickfeld geschieht. Wie das Sprichwort sagt: «Vorbeugen ist besser als heilen.» Und in diesem Fall braucht’s zur Prävention nicht mehr als einen Streifen Klebeband.

Vorsicht vor der Funktion «Standort anzeigen»

Klar ist die wahnsinnig praktisch, um eine Adresse zu finden. Einige Apps funktionieren auch nur, wenn die Ortsbestimmung aktiviert ist (genau, die Dating-Apps – erwischt!). Aber brauchst du sie wirklich dauernd? Aktiviere sie nur, wenn du sie verwendest. Auch dein Akku wird es dir danken.

Räum auf

Wie in deinem Zimmer sammelt sich auch auf elektronischen Geräten schnell Gerümpel an. Nimm dir Zeit zum Aussortieren. Überprüfe deine verschiedenen Profile und heruntergeladenen Apps. Lösch alles, was dir nicht nützlich scheint oder dir keinen Mehrwert bringt.