10 gute Gründe, im Sommer nicht zu lernen:

Den Sommer  nutzen, um Stoff nachzuholen oder  im Unirhytmus zu bleiben: keine gute Idee. Ein Beweis in 10 Schritten.

1. Wir  schreiben den 3. August, du kommst von einem zweiwöchigen Road Trip zurück und erholst dich langsam von unserem schönen Nationalfeiertag. Mit den besten Absichten richtest du dich auf deinem Stuhl ein, öffnest dein Zivilgesetzbuch, rüstest dich mit deinem schönsten Stift aus, aber… Es ist schon zu spät! Dein Gesetzbuch ist vom Schweiß aufgeweicht und die wenigen Neuronen, die dir geblieben sind, wurden bei 34 Grad verbrannt.


2. Während des Sommers zu lernen, ist völlig unlogisch und gegen die Natur! Alle sind draussen und sonnen sich gerade am See oder an paradiesischen Stränden der Karibik. Und du hast nichts Besseres als eine von der Bibliothekslampe gebräunte Nasenspitze zu bieten. Uns ist UV-Bräune immer noch lieber – damit das mal gesagt ist.


3. Du verpasst nicht nur die Chance, dir einen prächtigen krebsroten Teint zuzulegen, sondern auch die besten Momente! Deine Freunde baden den ganzen Tag lang oder organisieren improvisierte Kurzferien, während du mit deinem Biobuch kämpfst, dich aufregst und nach einer Kurzschlusshandlung eine Pausenkippe rauchst.
 


4. Auch wenn du entschlossen bist, deinen Rückstand aufzuholen, den du seit fast drei Jahren immer weiter ausbaust (und das ist eine vorsichtige Schätzung)gibt es Sommerabende, die du für nichts in der Welt verpassen würdest.  An diesen wirst du kurz vor 1 Uhr morgenszum Hauptakt des Abends,  wenn du vor allen Leuten einen Striptease machst. Am Morgen wachst du ohne jegliche Erinnerung an den Vorabend auf. Das Problem ist, dass der Alkohol dein Gedächtnis angreift. Also hast du auch alles vergessen, was du vorher  gelernt hast. Du kannst also nochmals von vorne anfangen.

5. Klar, Geographie ist sehr spannend: Du wiederholst das Kapitel über die Naturwunder von Südamerika und findest das  total faszinierend.  Währenddessen bekommst du aber über Instagram Notifications deiner Freundin, die dir Bilder von Salar de Uyuni, der Atacamawüsteund den Niagarafällen schickt… Geo ist in der Praxis viel spannender!

6. Deshalb ist deine Stimmung bei Null angelangt und du entschliesst,dich etwas abzulenken, indem du dein Spanisch aufbesserst.. Das war, bevor du den Bilduntertitel deiner Freundin gelesen hast: „Disfrutando del verano para viajar!“ Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: Du drehst durch und verstehst diese Bemerkung als Provokation, rufst deine Freundin an und  machst auf der Stelle Schluss mit ihr.


7. Du bist nun mitten im August Single und sagst dir, dass du den Rest des Sommers nicht untätig rumsitzen kannst. Du gehst am Abend aus, um ein bisschen nach jemandem Ausschau zu halten. Leider beschäftigst du dich im Moment mit einer einzigen Sache: Geschichte der Antike. Der griechisch-lateinische Handel  ist aber kein besonders  gutes Flirtthema. Veni, vidi, perdidi.


8. Bekanntlich ist das Gehirn ein Muskel. Man muss ihm also nach einem Jahr ununterbrochener Schwerstarbeit  eine Pause gönnen gönnen. Die Risiken eines Ausfalles, oder noch schlimmer, einer Dehnung des Frontlappens, sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden! Schliesslich verlangt man von einem Marathonläufer auch nicht, nach einem Marathon noch schnell einen 100-Meter-Spurt hinzulegen.

9. Da du eine vernünftige und überlegte Person bist, nimmst du unsere Ratschläge ernst und gönnst dir nach deinen Prüfungen eine Auszeit. Das Problem ist, dass nach einem mehr als verdienten  einmonatigen Urlaub (wie der aussehen soll, überlassen wir deiner Phantasie), ist es schwierig, geistig wieder in Schwung zu kommen. Du musst mit einer Woche rechnen, bis du die Kursunterlagen wiedergefunden hast, die du nach der letzten Prüfung nicht mit den paar Schlucken Wodka, die noch in der Flasche waren, verbrannt hast. Und es dauert zwei Wochen, bis du tief in deinem Innersten die Motivation gefunden hast, wieder mit dem Lernen anzufangen. Das Resultat: Die Uni  hat dich schon fast wieder in ihren Fängen, während du noch absolut nicht dafür bereit bist.


10 .Falls du aber wie durch ein Wunder die Motivation gefunden hast, im Sommer zu lernen, musst dir bewusst sein, dass du grosse Risiken in Kauf nimmst! Es besteht die Gefahr,  deine Batterien bereits vor Unianfang zu verbrauchen. Und mit einem Burn-out ins Semester zu starten, ist nicht die klügste Idee.  Du musst es ja selber wissen, aber…