Wie wählt man eine „verantwortungsbewusste“ Reise?

Der Sommer naht und Fernweh kommt auf. Oft ist der ausschlaggebende Punkt das Budget, doch eine steigende Anzahl von Studenten ist beunruhigt von ihrem Einfluss auf den Planeten. Die Webseiten, die Vorzüge des ökologischen Tourismus preisen, tauchen überall auf und es wird schwierig, sich zurechtzufinden. Wir beleuchtendie verschiedenen Reisearten.

Verantwortlich für was? 

Der Tourismus sei mittlerweile einer der grössten und am stärksten wachsenden Wirtschaftssektoren weltweit ,, heisst es bei der Weltorganisation für Tourismus (UNWTO). Weltweit steigt die Zahl der internationalen Touristen stetig an und erreichte 2015 1,186 Milliarden Personen, wodurch Einnahmen von 1‘260 Milliarden US-Dollar generiert wurden.

Der Massentourismus hat zahlreiche negative Folgen: Erderwärmung, ökologischer Druck auf bereits fragile Bereiche, ein oft verhängnisvoller Einfluss auf die lokale Bevölkerung,  das Paradox, dass Einnahmen nicht den Einheimischen zugutekommen, etc. Es wird äusserst wichtig, seine Art des Reisens im Ausland oder imeigenen Land zu überdenken. 

Was steckt hinter den Umweltlabels?

 Alle schwärmen ein bisschen vom „verantwortungsbewussten“ Reisen, ohne dass es eine klare Definition oder einen offiziellen Konsens geben würde. Zwischen den verschiedenen Arten von alternativem und engagiertem Tourismus verliert sich der Reisende. Es ist gut, die Ökotouristen zu ermuntern, ganz egal welchen Ausdruck man verwendet. Einer bekannten Reisewebsite nach bleibt das Ziel immer das gleiche: Die Reise soll ein Austausch sein, ohne dabei schädliche Spuren zu hinterlassen. Um  besser zu verstehen, was hinter den verschiedenenBezeichnungensteckt, bieten wir hier einen Überblick.  

Nachhaltiger Tourismus (auch bekannt als  sanfter Tourismus): entspricht keiner genau definierten Reiseart, sondern ist ein generelles Konzept und beinhaltet die Idee der nachhaltigen Entwicklung. Das bezeichnet  ein Gleichgewicht zwischen Wirtschaft, Umwelt und Sozialem, sowohl in der Gegenwart als auch in Zukunft. Beachte, dass nach der UNWTO diese allgemeine Definition alle Reisearten und auch den Massentourismus umfassen kann.


Fairer oder gerechter Tourismus: verweist auf eine Form des alternativen Tourismus, bei dem der Mensch und die Begegnung zentral sind. Bei der Organisation „Fair Unterwegs“ bedeutet fairer Tourismus, Menschen, Kultur und Natur zu respektieren, Reisende zu neuer Lebensqualität zu inspirieren, knappe Ressourcen zu schonen und der Bevölkerung in der Urlaubsregion neue Perspektiven zu eröffnen.. Er umfasst die Grundsätze des fairen Handels, des sozialen und wirtschaftlichen Nutzens für die Einheimischen wie auch die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen.

Ökotourismus: Die International Ecotourism Society definiert Ökotourismus als  eine verantwortungsbewusste Form von Reisen in Naturgebieten, wobei diese gewahrt und das Wohlbefinden der Einheimischen erhalten werden. Im Vergleich mit dem „grünen Tourismus“ kommt hier der Aspekt des Aktivismus stärker zum Tragen. Gewöhnlich entspricht er Gruppenaufenthalten in bescheidenen Strukturen und hat zum Ziel, Einheimischen zu helfen. Themen sind hierbei oft Bildung und der Schutz der Umwelt wie auch die regionale Wirtschaft. Indem der Reichtum von Regionen, wo entweder die Natur oder die Kultur bedroht sind, geschützt wird, werden gleichzeitig Arbeitsplätze geschaffen sowie die Armut bekämpft. 

„Öko-Volunteering“: Ausserdem gibt es die Möglichkeit, während seinen Ferien zur Erhaltung der Artenvielfalt (tierischer, pflanzlicher oder kultureller) beizutragen, indem man bei lokalen Projekten vor Ort teilnimmt. Diese pädagogischen Projekte werden von Profis geleitet und erfordern in der Regel keine besonderen Vorkenntnisse. Dies ist originelle Art zu reisen, die einem den Zugang zu verborgenen Orten eröffnet, oft weit weg von Touristen. Diese Projekte können oft nur dank der Unterstützung freiwilliger Helfer fortbestehen. An solchen Angeboten fehlt es nicht, doch sie sind generell nicht kostenlos. 

Nach diesem Überblick über die verschiedenen Labels, die auf Reisewebsites benutzt werden, kannst du dir eine klarere Vorstellung darüber machen, was du dir für deinen Sommer wünschst und kannst vor allem bewusst wählen.