Erasmus in der Krise

Der Bund bemüht, sich das Austauschprogramm wiederzugewinnen.

Durch die Annahme der Masseneinwanderugsinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) vom 9. Februar 2014, wurde die Schweiz von der Europäischen Kommission aus dem Erasmus-Programm ausgeschlossen. Die Verhandlungen zwischen letzteren und dem Bund waren seitdem nicht erfolgreich, wodurch die Schweiz von dem Austauschprogramm ausgeschlossen wurde. Alternativen existieren dennoch.

Speziell für Studenten und Professoren von Universitäten und Hochschulen vereinigt das Erasmus-Programm 33 Länder, wovon 28 Teil der Europäische Union (EU) sind.

Konsequenzen des Gesetzes der Masseneinwanderungsinitiative

Am 9. Februar 2014 nahm die Schweizer Bevölkerung die Initiative der SVP an, die bezweckt, dass die Masseneinwanderung reduziert wird. Die Europäische Kommission hat daraufhin die Verhandlungen, die Schweiz in das Erasmus-Programm aufzunehmen, unterbrochen, dessen Mitglied sie seit 1992 war. Während des gleichen Jahres gründete der Bund das Swiss- European Mobility Program (SEMP), um das Fehlen im Programm auszugleichen.

Alternativen zu Erasmus

Weil die Schweiz und die EU nicht mehr über Erasmus verhandeln, wurde das SEMP mehrmals verlängert, jüngst bis 2021. Dieses Ersatzprogramm verstetigt und stabilisiert die Mobilität der Studenten. Die administrativen Schritte sind leicht, die Chancen ins Ausland zu gehen, hoch und die Einschreibungsgebühr ist Null. Allerdings müssen die Schweizer Universitäten jedes Abkommen mit ihren Partnern aushandeln. In einigen Fällen kommen keine Abkommen zustande, weil die Partner das SEMP nicht anerkennen oder nur begrenzte Plätze haben. Der Bund, der nicht mehr von Erasmus-Mitteln profitiert, zahlt die durch das SEMP gestellten Stipendien an Studenten, die ins Ausland gehen oder in die Schweiz kommen. Für 2018-2020, beantragte der Bundesrat 114,5 Millionen Franken beim Parlament, um diese Übergangslösung zu finanzieren, so das Radio Télévision Suisse (RTS). SEMP-Praktika in Europa sind eine andere Form des Austausches, genauso wie unabhängige Praktika die von einer europäischen oder aussereuropäischen Organisation unterstützt werden. Die Praktika sind in ihrer Länge flexibel, doch es ist nicht immer garantiert, dass die Heimatuniversität die Credits anerkennt. Zusätzlich ist es möglich, als Free Mover an eine Universität zu gehen, die kein Abkommen mit der Heimatuniversität hat. Die Auswahl der Destinationen ist unbegrenzt, aber alle Verfahren werden von der Gasthochschule eingereicht und sind mit einem grossen administrativen Aufwand verbunden. Im Gegensatz zu den anderen Alternativen wird man auf finanzieller Ebene nicht unterstützt. Die Heimatuniversität zahlt kein Stipendium mit der Ausnahme von selbstständigen Praktika.

Integration ins neue System

Die Politik des Bundes, das SEMP zu bewahren, grenzt die Schweiz laut des Verbandes der Schweizer Studierendenschaften (VSS) aus. Der Verband ist der Auffassung, dass dieses Übergangsprogramm bestimmte Vorteile, die Erasmus hatte, nicht kompensiert. Wenn die Schweiz weiterhin ausgeschlossen bleibt, droht die Ausgrenzung fortzubestehen. Die EU wird ab 2021 einen Nachfolger von Erasmus einrichten. Laut VSS wird der Bund an keiner weiteren Mitgliedschaft an Erasmus verhandeln, um an diesem neuen System teilzunehmen. Bis die Schweiz wieder in das Programm eintritt, ist ein Austausch dank der angeführten Alternativen möglich, deren Liste nicht vollständig ist.